Werner Tübke

Requiem, 1966

Radierung Print 17.5 × 17.5 cm

600 €

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Die Radierung „Requiem“ offenbart einen zutiefst persönlichen Bezug im Werk Werner Tübkes. Im oberen Bildbereich erscheint der Künstler selbst als Büste vor einem antikisierenden Hintergrund und verweist damit auf die Tradition klassischer Erinnerungsformen. Der untere Bereich zeigt mehrere Porträts seines Vaters zu unterschiedlichen Zeitpunkten, versehen mit den Datierungen „März 66“ und „Juni 66“. Ergänzt wird die Darstellung durch das Symbol einer soeben erloschenen Kerze – ein stilles Sinnbild für Vergänglichkeit und Tod. In eben diesem Jahr verstarb Tübkes Vater, dessen Tod der Künstler in diesem Blatt sichtbar verarbeitet. Das Blatt ist leicht gewellt und am unteren Blattrand sind leichte Verschmutzungen. Die Grafik ist in der Platte und mit Bleistift signiert.

Über den Künstler Werner Tübke

Werner Tübke (1929–2004) zählt neben Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer zu den Begründern der Leipziger Schule. Sein unverwechselbarer altmeisterlicher Malstil knüpft an die Tradition der Renaissance und des Manierismus an und hebt ihn deutlich von den Strömungen der Avantgarde ab. Tübkes Werk ist von vielfigurigen, allegorischen und historischen Kompositionen geprägt, die er mit höchster malerischer Präzision ausführte. Sein Hauptwerk, das monumentale Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen, gilt mit rund 14 mal 123 Metern als eines der größten Gemälde der Welt und wird als „Sixtinische Kapelle des Nordens" bezeichnet. Nach einer Lehre als Maler studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo er später selbst als Professor lehrte; als einer der wenigen ostdeutschen Künstler fand er auch im Westen breite Anerkennung.

Weitere Werke von Werner Tübke
Requiem – Hauptbild