Azade Köker
Die Akkordarbeiterin, 1987
Bronze Sculpture 195 × 100 × 60 cm
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Ein zentrales Werk im Schaffen von Azade Köker ist die über zwei Meter hohe Skulptur Akkordarbeiterin aus dem Jahr 1987. Die Figur wirkt zugleich menschlich und maschinenhaft: Ihr Oberkörper besteht aus übereinandergeschichteten Fragmenten von Körperteilen, die sowohl an antike mesopotamische Skulpturen als auch an technische Bauteile erinnern. Das abgewandte Gesicht richtet den Blick auf die arbeitende Hand und verweist damit auf die körperliche Tätigkeit der dargestellten Person. Mit der Akkordarbeiterin setzt Köker den Frauen, die in Fabriken arbeiteten - insbesondere den aus der Türkei nach Deutschland migrierten Arbeiterinnen-, ein Denkmal. Die Skulptur macht auf die häufig belastenden Bedingungen der Akkordarbeit aufmerksam, bei der die Entlohnung von der produzierten Menge abhängt und die Beschäftigten oft an ihre körperlichen Grenzen bringt. Zugleich verbindet das Werk eine kraftvolle formale Gestaltung mit einer sozialkritischen Perspektive und würdigt die häufig unsichtbare Arbeit von Migrantinnen in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Die Skulptur ist ein unikaler Bronzeabguss einer Terrakottaarbeit, die sich in der Sammlung des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main befindet. Dort war sie zuletzt 2024 in der Ausstellung There is no there there zu sehen und wird 2026 im Museum Tinguely in Basel in der Ausstellung Labouring Bodies präsentiert. Die Bronzeskulptur wird außerdem 2026 im Museum Gropius Bau in Berlin in der Ausstellung Kreuzberg, Kunst und Migration seit 1960 zu sehen sein. Die Skulptur verfügt über eine natürliche Patina und befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustand.
Über den Künstler Azade Köker
Azade Köker (geb. 1949 in Istanbul) absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Keramikerin in Istanbul. Bereits in ihren frühen Arbeiten schuf sie großformatige Frauenfiguren aus Terrakotta, deren archaische Formensprache zu einem prägenden Merkmal ihres künstlerischen Schaffens wurde. Ihre Skulpturen und Reliefs verdichten sich zu Bildern von Stadt- und Naturräumen, in die sich stets die Spuren menschlichen Eingreifens einschreiben; Themen wie Migration, Krieg und das Verhältnis von Urbanität und Natur durchziehen ihr Werk seit den frühen 1980er Jahren. Nach dem Studium in Istanbul setzte Köker ihre Ausbildung in Berlin bei Lothar Fischer fort und lehrte später als Professorin in Halle sowie als Leiterin des Instituts für Bildende Kunst an der Technischen Universität Braunschweig. Ihre vielfach ausgezeichneten Werke sind in renommierten Sammlungen vertreten, darunter das British Museum in London, das Museum für Moderne Kunst Frankfurt und die Berlinische Galerie.

Kuratierte Werke
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