Johannes Wüsten
Eisenbahnunglück (aus der Mappe Totentanz), 1928
Kupferstich Grafik 23.5 × 15.5 cm
150 €
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Der Kupferstich „Eisenbahnunglück“ aus der Mappe „Totentanz“ schildert in dramatischer Verdichtung die Katastrophe eines Zugunglücks. In einem wirbelnden Gefüge aus stürzenden Körpern, verbogenen Schienen, Rädern und zerborstenen Masten dominiert eine kopfüber fallende Figur die Komposition. Mit meisterhafter Stichtechnik und scharfer diagonaler Dynamik macht Johannes Wüsten das Grauen des plötzlichen Todes in der modernen technischen Welt unmittelbar erfahrbar. Der Kupferstich wurde 1994 von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V. herausgegeben und ist rückseitig mit einem Nachlassstempel versehen.
Über den Künstler Johannes Wüsten
Johannes Wüsten (1896–1943) zählt zu den bedeutenden Vertretern der Neuen Sachlichkeit. Künstlerisch zunächst vom Expressionismus geprägt, fand er nach einer Ausbildung bei Otto Modersohn in Worpswede und Jahren in Hamburg zu einer präzisen, sozialkritischen Bildsprache; ab 1929 widmete er sich vor allem dem Kupferstich, den er zu meisterhafter Vollendung führte. Wüsten war ein überzeugter Antifaschist und gehörte einer Görlitzer Widerstandsgruppe an; 1934 musste er ins Exil nach Prag und Paris gehen, wo er als Autor und Illustrator für antifaschistische Zeitschriften arbeitete. 1943 starb er als politischer Häftling im Zuchthaus Brandenburg-Görden. Sein vergleichsweise schmales, technisch herausragendes Werk verbindet künstlerische Qualität mit eindrucksvoller historischer Bedeutung.

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