Künstler

Lernen Sie die kreativen Köpfe hinter den Werken kennen

ACKERMANN, Franz

ACKERMANN, Franz

Franz Ackermann (geb. 1963 in Neumarkt-Sankt Veit) übersetzt die Erfahrung des modernen Reisens in eine unverwechselbare Bildsprache. Ausgangspunkt sind seine „Mental Maps", kleinformatige Aquarelle und Gouachen, die er seit 1991 auf Reisen rund um den Globus festhält. In großformatigen Gemälden und raumgreifenden Installationen verschmelzen daraus kartografische Strukturen, Architekturansichten und ornamentale Muster zu leuchtenden, energiegeladenen Bildwelten. Ackermann studierte an den Akademien in München und Hamburg, unter anderem bei Bernhard Blume, und lehrt seit 2001 als Professor für Malerei in Karlsruhe. Seine Arbeiten sind in bedeutenden internationalen Museen und Sammlungen vertreten und gehören zu den wiedererkennbarsten Positionen der deutschen Gegenwartsmalerei.

AHMED, Taslima

AHMED, Taslima

Taslima Ahmed, in Liverpool geboren und heute in Berlin ansässig, verbindet in ihrer Arbeit digitale Technologien mit der Tradition der Malerei. In den letzten Jahren beschäftigte sie sich mit der Frage: Wie kann man ausschließlich mit technologischen Mitteln malen? Ihre Bilder entstehen mithilfe von Photoshop und 3D-UV-Druck auf synthetischem Leinen; Pigmente werden dabei in Schichten zu flachen Reliefs mit pseudo-impastiertem Effekt aufgetragen, indem sie den regulären Einsatz eines Industriedruckers umfunktioniert. So untersucht sie das Verhältnis von Mensch und Computer als Material künstlerischer Produktion. Neben der Malerei ist Ahmed auch als Autorin tätig.

AUER, Abel

AUER, Abel

Abel Auer (geb. 1974 in München) zählt zu den eigenwilligsten Vertretern der zeitgenössischen Malerei. In seiner Bildsprache treffen die malerischen Strategien der klassischen Avantgarde auf den Do-it-yourself-Geist der Punk- und Skateboardkultur der 1980er Jahre. Im Zentrum steht die Landschaftsmalerei, die er zu traumhaften, oft visionären Bildwelten von eigentümlicher Farbigkeit weiterentwickelt. Aufgewachsen in Stuttgart, studierte Auer an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, wo er die Künstlergruppe Akademie Isotrop mitbegründete und seit 2019 selbst als Professor lehrt. Über die Malerei hinaus schreibt er über Kunst und Musik, gestaltet Plattencover und arbeitet gelegentlich als Kurator. Ausgestellt wird er vor allem in England und Belgien, wo er von 2006-2014 auch gelebt hat.

BARBA, Rosa

BARBA, Rosa

Rosa Barba (*1972 in Agrigento, Italien) ist eine italienische Künstlerin und Filmemacherin, die in Berlin lebt und arbeitet. Ihre Filme bewegen sich zwischen experimentellem Dokumentarfilm und fiktionaler Erzählung. Ausgehend vom Medium Film entwickelt sie Installationen und skulpturale Arbeiten. Diese Interventionen untersuchen, auf welche Weise Film Raum artikuliert, und setzen dabei Werk und Betrachtende in ein neues Verhältnis zueinander.Rosa Barba studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln und wurde unter anderem mit dem Calder Prize (2020) ausgezeichnet. Sie nahm an der 53. und 56. Biennale von Venedig teil. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Tate Modern in London und im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid gezeigt. 2026 war sie mit einer Einzelausstellung im Museu Calouste Gulbenkian in Lissabon vertreten. Im Museum der bildenden Künste Leipzig ist derzeit die große Rauminstallation "Under the Canopy" zu sehen.

BAUMGARTNER, Maximiliane

BAUMGARTNER, Maximiliane

Maximiliane Baumgartner (* 1986 in Lindenberg im Allgäu) verbindet Malerei mit einer gemeinschaftsorientierten, pädagogischen Praxis. Vor dem Hintergrund (gegen-)öffentlicher Sphären untersucht sie das Verhältnis von Kunst, Pädagogik und urbanem Raum – etwa mit dem Kunst- und Aktionsraum „Der Fahrende Raum", den sie von 2015 bis 2019 in München initiierte und programmierte. Ihre Bilder lösen sich häufig vom rechteckigen Tafelformat und favorisieren polygonale, an Wandmalerei und Grafik geschulte Formen. Baumgartner studierte von 2006 bis 2012 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Stephan Dillemuth und lebt und arbeitet in München.

BISCHOF, Kamilla

BISCHOF, Kamilla

Weibliche Figuren, Tiere und mythische Wesen bevölkern die großformatigen Leinwände von Kamilla Bischof (geb. 1986 in Graz), versetzt in alltägliche Situationen und umgeben von alltäglichen Dingen. Dabei entwickelt Bischof ein sich stetig erweiterndes Repertoire wiederkehrender Motive, die von Bild zu Bild variieren und zugleich weitergeführt werden, darunter u.a. Autoreifen. Parallel dazu setzt sich Bischof in Texten, die sich zeitgleich und als Reaktion auf die Gemälde entfalten, mit diesen Szenarien auseinander. Bischof studierte von 2009 bis 2015 an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie an der Schule für künstlerische Photographie in Wien. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

BONHOMME, Leon

BONHOMME, Leon

Léon Bonhomme (1870–1924) war ein französischer Maler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Er wurde 1870 in Saint-Denis bei Paris geboren und erhielt seine künstlerische Ausbildung an der École des Beaux-Arts in Paris, wo er unter anderem bei Jean-Jacques Henner und Gustave Moreau studierte.1897 wurde er auf dem Salon des Artistes Français mit einer ehrenvollen Erwähnung ausgezeichnet.Bonhomme widmete sich vor allem der Porträtmalerei, weiblichen Aktdarstellungen und Genreszenen. Darüber hinaus schuf er monumentale Wanddekorationen, darunter allegorische Gemälde für das Rathaus von Saint-Denis. Sein Stil verbindet die akademische Maltradition mit symbolistischen Einflüssen und spiegelt die künstlerische Atmosphäre des Fin de Siècle wider.Neben seiner Tätigkeit als Maler arbeitete Bonhomme als Zeichenlehrer in Saint-Denis. Er starb 1924 und hinterließ ein vielseitiges Werk, das sich heute in öffentlichen und privaten Sammlungen befindet und regelmäßig auf dem internationalen Kunstmarkt vertreten ist.

BRAZELTON IV, Cudelice

BRAZELTON IV, Cudelice

Die Arbeit von Cudelice Brazelton IV (geb. 1991 in Dallas) bewegt sich zwischen Malerei, Skulptur, Assemblage und Collage. Aus Stoff, Leder, Metall, Karton und Kosmetikprodukten fügt er dreidimensionale Werke zusammen, die Fragen von Identität, Abstraktion und der Physis von Orten verhandeln und die Grenzen zwischen Material, Raum und Betrachter verschieben. Prägend sind dabei zwei biografische Quellen: seine frühere Tätigkeit als Stahlarbeiter im amerikanischen Mittleren Westen – ein vom Vater übernommener Beruf – und die Bildwelt der Kosmetik, vertraut aus dem Friseursalon seiner Mutter. Brazelton studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main (2017–2021) sowie an der Skowhegan School of Painting & Sculpture in Maine; er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

BURGERT, Jonas

BURGERT, Jonas

Die monumentalen Gemälde von Jonas Burgert (geb. 1969 in Berlin) entfalten Szenerien, in denen sich das Groteske, Traumhafte und Existenzielle verdichtet. In leuchtenden Farben, die sich über ein dämmriges Grau-Braun legen, bevölkern archaisch anmutende Figuren, Symbole und Zeichen seine Bildräume. Seine teils riesigen Tableaus lassen sich nicht mit einem Blick erfassen, sondern fordern zum genauen, immer neuen Sehen heraus. Burgert studierte an der Universität der Künste in Berlin als Meisterschüler von Dieter Hacker und arbeitet bis heute in einem weitläufigen Atelier in Berlin-Weißensee. Seit seinem Durchbruch Mitte der 2000er Jahre zählt er international zu den gefragtesten figurativen Malern seiner Generation.

CORINTH, Lovis

CORINTH, Lovis

Lovis Corinth (1858–1925) zählt zu den bedeutendsten deutschen Malern am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Sein Werk verbindet Impressionismus und Expressionismus zu einer kraftvollen, sinnlichen Malerei mit pastosem Farbauftrag – in Porträts, Akten, Stillleben sowie mythologischen und religiösen Szenen. Geboren im ostpreußischen Tapiau, studierte Corinth an den Akademien in Königsberg und München sowie an der Académie Julian in Paris. 1901 übersiedelte er nach Berlin, trat der Secession bei und wurde später deren Präsident. Nach einem Schlaganfall 1911 gewann seine Malerei an expressiver Freiheit; die späten Walchensee-Landschaften und Selbstbildnisse gelten als Höhepunkt seines Schaffens. Seine Werke sind in den großen Museen weltweit vertreten.

CRAGG, Tony

CRAGG, Tony

Tony Cragg (geb. 1949 in Liverpool) zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Sein Werk ist von einer beständigen Erforschung des Materials geprägt – von früh aus gefundenem Kunststoff zusammengesetzten Arbeiten bis zu fließenden, sich windenden Formen aus Bronze, Stahl, Holz und Glasfaser. In Serien wie den „Rational Beings" und den „Early Forms" lässt er feste Materie organisch und dynamisch erscheinen und verschiebt die Grenzen der klassischen Skulptur. Nach einer Tätigkeit als Labortechniker studierte Cragg am Royal College of Art in London und ließ sich 1977 in Wuppertal nieder, wo er bis heute lebt und arbeitet. 1988 vertrat er Großbritannien auf der Biennale von Venedig und wurde im selben Jahr mit dem Turner Prize ausgezeichnet; lange Jahre lehrte er als Professor und Rektor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Arbeiten sind in den bedeutendsten Museen weltweit vertreten.

CURIO, Sabine

CURIO, Sabine

Die Landschaft ihrer Heimatinsel Usedom durchzieht das Werk von Sabine Curio (geb. 1950 in Ahlbeck). In Ölbildern, Aquarellen und Druckgrafiken widmet sie sich Landschaften, Stillleben und Akten; gelegentlich entstehen auch Buchillustrationen. Curio studierte von 1969 bis 1974 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, 1970/71 folgten Malstudien bei Otto Niemeyer-Holstein auf Usedom; von 1977 bis 1980 war sie Meisterschülerin von Wieland Förster an der Akademie der Künste der DDR. Seit 1977 lebt und arbeitet sie freischaffend in Stolpe auf Usedom. Ihre Werke sind in mehreren Museen vertreten und seit 1981 in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.

DEMPWOLFF, Holger

DEMPWOLFF, Holger

Atmosphärisch und vom Ort inspiriert: Holger Dempwolff arbeitet in Malerei, Objekten und Zeichnungen, deren Reiz in einem feinen Gespür für Farbräume und stimmungsvolle Kompositionen liegt, in denen Wahrnehmung und Imagination ineinandergreifen. Werkserien wie „Ansichten über Brunnen" oder „Biosphere-Ultramarine" zeugen von diesem landschaftlich geprägten Zugang. Nach einem Studium des Zeichen- und Kunstunterrichts in Basel stellt der in der Schweiz lebende Künstler seit 1982 international aus. Heute lebt und arbeitet er zwischen Biel und Perpignan.

FISCHER, Lothar

FISCHER, Lothar

Lothar Fischer (1933–2004) war ein deutscher Bildhauer und der einzige Bildhauer der Münchner Künstlergruppe SPUR, die er 1958 mitbegründete. Nach dem Studium an der Akademie der Bildenden Künste München – ab 1953 bei Heinrich Kirchner – entwickelte er seine Objekte aus einem informellen Impuls heraus. Im Zentrum seines Werks steht durchgehend die menschliche, besonders die weibliche Figur, die er in stark reduzierter Form immer wieder neu fasste. Von 1975 bis 1997 lehrte Fischer als Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. Zur Würdigung seines Œuvres wurde in Neumarkt in der Oberpfalz das Museum Lothar Fischer eingerichtet.

GEBKA, Jonah

GEBKA, Jonah

Jonah Gebka (geb. 1989 in Bonn) malt, zeichnet und gestaltet Künstlerbücher, in denen er alltägliche Augenblicke der Gegenwart festhält – Momente, in denen Nähe und Entfremdung aufeinandertreffen. Sein Interesse gilt der Wiederholung und dem Muster: In der jüngeren Serie „A–Z" etwa hält er jenen Übergangsmoment fest, in dem eine Hand nach einem Buch im Regal greift oder es zurückstellt. Gebka studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Karin Kneffel sowie an der Kunstakademie Helsinki. 2023 ermöglichte ihm ein Reisestipendium des Freistaats Bayern Aufenthalte in den USA; 2026 erhielt er ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. Er lebt und arbeitet in München.

GIEBE, Hubertus

GIEBE, Hubertus

Hubertus Giebe (* 1953 in Dohna bei Dresden) ließ sich 1976 auf eigenen Wunsch von der Dresdner Hochschule für Bildende Künste exmatrikulieren - da er selbstbestimmt arbeiten wollte. Diese Eigenständigkeit prägt sein gesamtes Werk: großformatige, vielfigurige Historienbilder in expressiver Malweise, bevölkert von Schaufensterpuppen, Engeln, mythischen Heroen und literarischen Gestalten, mit Max Beckmann, Otto Dix und Pablo Picasso als Vorbildern. Sein Studium schloss er 1978 mit einem externen Diplom in Leipzig als Meisterschüler von Bernhard Heisig ab; bekannt wurde er unter anderem mit vierzig Radierungen für eine bibliophile Ausgabe von Günter Grass' „Die Blechtrommel". International Aufmerksamkeit erregte seine Einzelausstellung „Geschichtsbilder" auf der 44. Biennale von Venedig 1990. Giebe lebt und arbeitet in Dresden und übergab 2012 sein Archiv an die Akademie der Künste in Berlin.

GRÜTZKE, Johannes

GRÜTZKE, Johannes

Johannes Grützke (1937–2017) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker sowie eine wichtiger Vertreter der figurativen Malerei in Deutschland nach 1945. Er studierte von 1957 bis 1964 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und gründete 1973 gemeinsam mit Matthias Koeppel und Manfred Bluth die Künstlergruppe Schule der Neuen Prächtigkeit, die sich bewusst gegen die Dominanz der Abstraktion wandte.Grützkes Werk verbindet altmeisterliche Maltechnik mit einer expressiven, oft grotesken Bildsprache. Seine Gemälde zeichnen sich durch psychologische Tiefe, ironischen Humor und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und historischen Themen aus. Neben Porträts und Selbstbildnissen schuf er zahlreiche großformatige Historienbilder und öffentliche Auftragsarbeiten, darunter den monumentalen Bilderzyklus Der Zug der Volksvertreter im Berliner Reichstagsgebäude.Von 1992 bis 2002 war Grützke Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Seine Werke befinden sich heute in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen.

HAFNER, Jonas

HAFNER, Jonas

Schwäne, Vögel, fabelhafte Gestalten: Jonas Hafner (geb. 1940 in Augsburg) entfaltet in seiner fein gearbeiteten Radierkunst eine poetische, von Mythologie, Literatur und Natur inspirierte Bildwelt von traumhaft-verspieltem Charakter. Bekannt ist er vor allem für sein druckgrafisches Werk. Hafner studierte bei Dieter Roth und Joseph Beuys und lehrte als Professor in Augsburg sowie ab 1989 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Zahlreiche seiner Arbeiten erschienen in den renommierten Editionen der Griffelkunst Hamburg und fanden so weite Verbreitung. Seine signierten Originalradierungen sind ein reizvoller und erschwinglicher Einstieg in die zeitgenössische Druckgrafik.

HAMMARI, Hanna-Maria

HAMMARI, Hanna-Maria

Hanna-Maria Hammari (*1986 in Tornio, Finnland, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main) ist Bildhauerin und Absolventin der Städelschule in Frankfurt. Ihren häufig abstrakten Arbeiten verleiht sie immer wieder subtile anthropomorphe Eigenschaften.Ihre Werke wurden bereits im Museum Folkwang in Essen, in der Kunsthalle Baden-Baden oder im Frankfurter Kunstverein ausgestellt.

HAMMER, Paule

HAMMER, Paule

Bild und Text verwebt Paule Hammer (geb. 1975 in Leipzig) zu vielschichtigen Bilderzählungen, in denen philosophische Reflexionen, Alltagsbeobachtungen, Träume und Gedanken zusammenfließen. In oft labyrinthischen, aus der Ich-Perspektive erzählten Kompositionen entstehen enzyklopädische Bildwelten zwischen Tagebuch, Selbstbefragung und Weltdeutung. Hammer studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig, war Meisterschüler von Sighard Gille und lehrt dort heute selbst. Seine Werke sind unter anderem im Museum Kunstpalast in Düsseldorf und im Museum der bildenden Künste Leipzig vertreten.

HEISIG, Bernhard

HEISIG, Bernhard

Bernhard Heisig (1925–2011) zählt zu den herausragenden Vertretern der Leipziger Schule. Seine Kunst ist von einer expressiven, dynamischen Bildsprache und einer leidenschaftlichen Farbigkeit geprägt, mit der er in der Tradition von Max Beckmann, Otto Dix und Oskar Kokoschka steht. Immer wieder rang er sich seine Bilder in einem rastlosen, oft jahrelangen Überarbeitungsprozess ab und schuf eindringliche Werke, die sich vor allem mit den Schrecken des Krieges und der deutschen Geschichte auseinandersetzen. Aus seiner Geburtsstadt Breslau kam Heisig 1948 nach Leipzig, wo er als langjähriger Rektor und Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst eine ganze Künstlergeneration prägte. Gemeinsam mit Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke gilt er als Begründer der Leipziger Schule und als wegbereitender Lehrer der späteren Neuen Leipziger Schule. Seine Werke sind in bedeutenden Museen vertreten und erfahren auf dem Kunstmarkt anhaltende Aufmerksamkeit.

JEAN, Marcel

JEAN, Marcel

Ein mit Stoff überzogener Frauenkopf mit Reißverschluss-Augen – mit dem „Spectre du Gardénia" (1936) schuf Marcel Jean (1900–1993) eine der Ikonen der surrealistischen Objektkunst. Der französische Künstler und Schriftsteller zählt zu den bedeutenden Vertretern des Surrealismus; sein Schaffen umfasst Malerei, Zeichnungen, Collagen und vor allem die für die Bewegung charakteristischen Objekte. Jean war Teil des Pariser Surrealistenkreises und beteiligte sich an wegweisenden Ausstellungen wie „Fantastic Art, Dada and Surrealism" im Museum of Modern Art in New York. Als Theoretiker verfasste er mit der „Histoire de la peinture surréaliste" eine der wichtigsten Gesamtdarstellungen der surrealistischen Malerei. Sein Werk verbindet poetische Fantasie mit einem feinen Gespür für das Rätselhafte und Unbewusste.

JUNGEN, Brian

JUNGEN, Brian

Aus Nike-Air-Jordan-Turnschuhen werden Masken, aus Plastikstühlen Walskelette, aus Golftaschen Totempfähle: Brian Jungen (geb. 1970 in Fort St. John, British Columbia) zerlegt Konsumgegenstände und setzt sie zu Objekten zusammen, die zwischen indigener Formtradition der Nordwestküste und moderner Skulptur changieren. Als Sohn eines Schweizer Einwanderers und einer Mutter aus der Dane-zaa-Nation verbindet er beide Herkünfte in einer kritischen Befragung von Kultur, Ware und Authentizität. Bekannt wurde er mit der Serie „Prototypes for New Understanding" (1998–2005). Jungen studierte an der Emily Carr University of Art and Design in Vancouver; er lebt und arbeitet im North Okanagan in British Columbia.

KIRCHNER, Ernst Ludwig

KIRCHNER, Ernst Ludwig

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) war einer der Mitbegründer der expressionistischen Künstlergruppe „Die Brücke" und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Kräftige Farben, dynamische Formen und eine expressive Bildsprache kennzeichnen sein Werk. Nach einem Architekturstudium in Dresden widmete er sich ganz der Kunst und wurde vor allem für seine Darstellungen des modernen Großstadtlebens, für Akte in der Natur und für seine eindrucksvollen Holzschnitte bekannt. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ er sich in Davos in der Schweiz nieder, wo die alpine Landschaft zunehmend sein Schaffen prägte.

KLAPHECK, Konrad

KLAPHECK, Konrad

Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Telefone, Bügeleisen: Konrad Klapheck (1935–2023) machte Alltagsgegenstände zu rätselhaften „Maschinenbildern", die er verfremdete und mit menschlichen Eigenschaften versah. Während viele Künstler seiner Zeit abstrakt arbeiteten, widmete sich der gebürtige Düsseldorfer einer präzisen, gegenständlichen Malerei, deren Stil Elemente des Surrealismus, Neorealismus und teilweise der Pop-Art verband. Von 1954 bis 1958 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bruno Goller; später lehrte er dort selbst. Klapheck zählt zu den bedeutenden Vertretern der deutschen Nachkriegsavantgarde.

KLÜMPEN, Robert

KLÜMPEN, Robert

Robert Klümpen (* 1973 in Issum) ist ein deutscher Maler. Von 1994 bis 2002 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei A. R. Penck und Dieter Krieg, bei dem er Meisterschüler wurde. Seine Malerei ist von einem scheinbaren Realismus geprägt, der immer wieder von abstrakten Momenten aufgebrochen wird; häufig zeigt er lebensgroße Räume, Szenen und Straßenansichten mit Laternen. Klümpen erhielt 2005 den Villa-Romana-Preis und lehrt als Professor für Malerei; er lebt und arbeitet in Köln und Braunschweig.

KÖKER, Azade

KÖKER, Azade

Azade Köker (geb. 1949 in Istanbul) absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Keramikerin in Istanbul. Bereits in ihren frühen Arbeiten schuf sie großformatige Frauenfiguren aus Terrakotta, deren archaische Formensprache zu einem prägenden Merkmal ihres künstlerischen Schaffens wurde. Ihre Skulpturen und Reliefs verdichten sich zu Bildern von Stadt- und Naturräumen, in die sich stets die Spuren menschlichen Eingreifens einschreiben; Themen wie Migration, Krieg und das Verhältnis von Urbanität und Natur durchziehen ihr Werk seit den frühen 1980er Jahren. Nach dem Studium in Istanbul setzte Köker ihre Ausbildung in Berlin bei Lothar Fischer fort und lehrte später als Professorin in Halle sowie als Leiterin des Instituts für Bildende Kunst an der Technischen Universität Braunschweig. Ihre vielfach ausgezeichneten Werke sind in renommierten Sammlungen vertreten, darunter das British Museum in London, das Museum für Moderne Kunst Frankfurt und die Berlinische Galerie.

KOTÁTKOVÁ, Eva

KOTÁTKOVÁ, Eva

Die Bildhauerin, Installations- und Performancekünstlerin Eva Koťátková (geb. 1982 in Prag) untersucht die sozialen, institutionellen und körperlichen Strukturen des Alltags – jene Regeln und Beschränkungen, die formen, wie wir denken, lernen, uns bewegen und verhalten. In raumgreifenden Installationen erscheint der menschliche Körper als Hülle, als Gitterwerk, mitunter als Gefängnis; Hierarchien, Abhängigkeiten und ihre psychologischen Folgen stehen im Zentrum. Koťátková studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Prag, an der dortigen Akademie für Kunst, Architektur und Design sowie am San Francisco Art Institute. Ihre Installation „Asylum" war 2013 auf der Biennale von Venedig zu sehen; ausgestellt wurde sie zudem unter anderem im New Museum in New York. Sie lebt und arbeitet in Prag.

KUBIN, Alfred

KUBIN, Alfred

Tod, Angst und das Unheimliche verdichten sich in der düster-traumhaften Bildwelt Alfred Kubins (1877–1959). Mit feiner Feder- und Tuschetechnik schuf der österreichische Zeichner und Illustrator unverwechselbare Darstellungen voller grotesker und phantastischer Figuren und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Symbolismus und der phantastischen Kunst. Geboren im böhmischen Leitmeritz, ließ er sich früh in Zwickledt in Oberösterreich nieder, wo er den Großteil seines Lebens zurückgezogen arbeitete. Kubin war Mitglied der Künstlervereinigung Der Blaue Reiter und illustrierte Werke von Edgar Allan Poe, E. T. A. Hoffmann und Fjodor Dostojewski; 1909 veröffentlichte er mit „Die andere Seite" seinen eigenen phantastischen Roman. Sein Schaffen übte großen Einfluss auf den Expressionismus und die surrealistische Kunst aus.

KUHFUSS, Paul

KUHFUSS, Paul

Paul Kuhfuss (1883–1960) war ein Berliner Maler. Sein farbstarkes Werk umfasst Landschaften, Stadtansichten und Stillleben, gemalt mit spontanem Strich und ausgeprägtem Gespür für Farbkontraste. Ausgebildet an der Königlichen Kunstschule Berlin bei Philipp Franck und in der Landschaftsklasse der Berliner Akademie, arbeitete Kuhfuss ab 1907 als Kunsterzieher und lebte ab 1910 in Pankow. Seit 1912 war er auf zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter die Große Berliner Kunstausstellung, die Freie Secession unter Max Liebermann und die Berliner Secession unter Lovis Corinth. Noch in seinem Todesjahr 1960 wurde er als Preisträger der Großen Berliner Kunstausstellung geehrt.

LEE, Jung A

LEE, Jung A

Jung A Lee (* 1995 in Südkorea) lebt und arbeitet in Berlin und studiert Freie Kunst und Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. In ihrer Malerei geht es um das Festhalten und Wiedergeben unbewusster, potenzieller Situationen und Zustände – Bilder, die eher einen Möglichkeitsraum umkreisen als eine feste Szene abbilden.

LIEBMANN, Werner

LIEBMANN, Werner

Werner Liebmann (*1951 in Königsthal, Thüringen) ist ein deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer. Nach einem abgeschlossenen Chemiestudium und mehreren Jahren als Diplomchemiker entschied er sich für die Kunst und studierte Malerei an der Burg Giebichenstein in Halle. Anschließend war er Meisterschüler von Bernhard Heisig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.Von 1986 an lehrte Liebmann an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, später als Professor. Von 1993 bis 2017 war er Professor für Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seitdem arbeitet er wieder ausschließlich als freischaffender Künstler in Berlin.Seine Malerei zeichnet sich durch eine expressive Bildsprache, leuchtende Farbigkeit und vielschichtige, häufig zwischen Figuration und Abstraktion oszillierende Kompositionen aus. Landschaften, Menschen und architektonische Elemente verschmelzen zu poetischen, erzählerischen Bildwelten, die den Betrachtenden zu eigenen Deutungen einladen. Werke von Werner Liebmann werden national und international ausgestellt und befinden sich in renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen.

MARWITZ, Jannis

MARWITZ, Jannis

Jannis Marwitz (geb. 1985 in Nürnberg) malt und zeichnet figurativ und schöpft seine Motive häufig aus elegischen, mythologisch aufgeladenen Bildquellen – etwa griechisch-römischen Grabmälern. Mit einer eigenwilligen, oft herben Farbpalette verbindet er alte maltechnische Verfahren mit einer betont zeitgenössischen Anmutung. Marwitz lebt und arbeitet in Brüssel und wurde unter anderem von den Galerien Barbara Weiss und Lucas Hirsch vertreten; seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland richtete der Dortmunder Kunstverein aus.

MATTHEUER, Wolfgang

MATTHEUER, Wolfgang

Wolfgang Mattheuer (1927–2004) gehört neben Werner Tübke und Bernhard Heisig zu den führenden Vertretern der Leipziger Schule. Seine Kunst ist von einer klaren, gegenständlichen Bildsprache geprägt, in der er gesellschaftliche Widersprüche allegorisch und oft kritisch verdichtete. Landschaften, Figurenbilder und symbolträchtige Szenen verbinden sich zu einer hintergründigen, häufig pessimistischen Reflexion über den Menschen und seine Zeit. Nach einer Ausbildung als Lithograf studierte Mattheuer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo er später als Professor die Malerei- und Grafikklasse leitete. Ab 1971 schuf er auch Skulpturen, darunter die berühmte überlebensgroße Bronze „Der Jahrhundertschritt", die zu den prägnantesten Bildwerken deutscher Geschichte zählt. Seine vielfach ausgezeichneten Arbeiten sind in den bedeutendsten Museen vertreten.

METZ, Arthur

METZ, Arthur

Arthur Metz (geb. 1988 in Lyon) arbeitet vor allem mit Aquarell und Gouache auf Papier. In Werken wie „Die modernen Messen", „Sommer in Spanien" oder „Berliner U-Bahn" verbindet er beobachtete Gegenwart mit einer leichten, zeichnerischen Bildsprache. Seit 2017 studiert er in der Klasse von Cordula Güdemann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wo er heute lebt und arbeitet. Seine Arbeiten wurden in Gruppen- und Einzelausstellungen sowie im Rahmen der Biennale de Lyon gezeigt.

MICHAEL, Alan

MICHAEL, Alan

Stockfotos, Magazinfragmente, urbane Oberflächen, geparkte Autos mit gespiegelter Architektur: Die Malerei von Alan Michael (* 1967 in Schottland) kreist um das, was im Bildkreislauf der Gegenwart zirkuliert. Auf seinen großformatigen Leinwänden vermengen sich 80er-Jahre-Mode, sowjetische Propaganda, Minimalismus und Pop; oft wirken sie fotografisch, bleiben aber stets zwischen Dokument und Fiktion. Michael studierte am Duncan of Jordanstone College of Art & Design in Dundee und an der Glasgow School of Art und lebt und arbeitet in London. Sein Werk wurde unter anderem in der Tate Britain in London und im Kölnischen Kunstverein gezeigt.

MILLER, Matthias Josef

MILLER, Matthias Josef

Matthias Josef Miller (geb. 1989 in Überlingen) kommt aus dem Gestalterischen: Als Automobil- und Produktdesigner arbeitete er unter anderem für Škoda, BMW, Mini, Mercedes und Adidas, bevor er sich der freien künstlerischen Arbeit zuwandte. Diese Doppelperspektive – industrielle Formgebung und freies Bildschaffen – prägt seinen Zugang. Miller lebt und arbeitet in München und Mühldorf.

MOHOLY-NAGY, László

MOHOLY-NAGY, László

László Moholy-Nagy (1895–1946) zählt zu den vielseitigsten und einflussreichsten Künstlern der klassischen Moderne. Sein Werk verbindet Malerei, Fotografie, Typografie, Film und Bühnengestaltung zu einer konsequent experimentellen, konstruktivistischen Bildsprache. Mit seinem „Neuen Sehen" revolutionierte er die Fotografie durch kameralose Fotogramme, ungewöhnliche Perspektiven und radikale Bildausschnitte; mit dem Licht-Raum-Modulator schuf er zudem eine der frühesten elektrisch betriebenen kinetischen Skulpturen. Als Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau leitete er ab 1923 die Metallwerkstatt und den berühmten Vorkurs und prägte das interdisziplinäre Denken der Schule entscheidend mit. Nach seiner Emigration gründete er 1937 in Chicago das New Bauhaus und trug die Ideen des Bauhauses nach Amerika. Seine Werke sind heute in den bedeutendsten Museen weltweit vertreten.

MOSLEY, Ryan

MOSLEY, Ryan

Ryan Mosley (geb. 1980 in Chesterfield) entwickelt auf seinen Leinwänden surreale, vieldeutige Erzählwelten. Charakteristisch ist seine Maltechnik aus lasierenden, transparenten Farbschichten, mit der er traumhaft schillernde Bildräume schafft. Nach dem Studium an der University of Huddersfield schloss Mosley 2007 ein Aufbaustudium am Royal College of Art in London ab; während dieser Zeit arbeitete er als Wärter in der National Gallery, wo die Alten Meister zu einer wichtigen Inspirationsquelle wurden. Seine Werke befinden sich in bedeutenden Sammlungen.

MURESAN, Ciprian

MURESAN, Ciprian

Ciprian Mureșan (geb. 1977 in Dej, Rumänien) gehört zu den prägenden Stimmen der rumänischen Gegenwartskunst. In Zeichnungen, Skulpturen, Videos und Installationen befragt er – oft mit feiner Ironie – Begriffe wie Wert und Autorschaft und reflektiert die Nachwirkungen des Postkommunismus. Bekannt wurde seine Arbeit „Leap into the Void, After Three Seconds" (2004), die Yves Kleins berühmtes Bild in eine Straße von Cluj verlegt. Mureșan studierte an der Universität für Kunst und Design in Cluj und vertrat Rumänien 2009 auf der 53. Biennale von Venedig; seine Werke waren unter anderem im Centre Pompidou, im New Museum und in der Tate Modern zu sehen. Er lebt und arbeitet in Cluj.

NOVITSKOVA, Katja

NOVITSKOVA, Katja

Katja Novitskova (* 1984 in Tallinn) ist eine estnische Künstlerin, die in Amsterdam und Berlin lebt und arbeitet. In großformatigen Assemblagen verbindet sie organische und technische Materialien – von Fotografien und Fundstücken bis zu Aluminium und Kunststoff – und untersucht die Verflechtung von Biologie, Technologie und Konsumkapitalismus. Werkgruppen wie „Approximation“ und „Growth Potential“ verhandeln datengetriebene Naturbilder und ökologische Umbrüche. 2017 vertrat Novitskova Estland auf der 57. Biennale von Venedig.

PERITON, Simon

PERITON, Simon

Simon Periton (* 1964 in Kent) ist ein britischer Künstler, der in London lebt und arbeitet. Bekannt wurde er mit filigranen Papierschnitten, die an Deckchen („doilies“) erinnern und florale oder natürliche Motive mit Anspielungen auf Anarchie, Punk und Subkultur verbinden. Sein Werk umfasst Malerei, Skulptur und Installation und speist sich aus Quellen vom Fin-de-Siècle-Ästhetizismus bis zur Bildsprache des Punk. Periton studierte an der Saint Martin’s School of Art; seine Arbeiten sind unter anderem im MoMA, in der Tate und im Victoria and Albert Museum vertreten.

PEUKER, Wolfgang

PEUKER, Wolfgang

Wolfgang Peuker (1945–2001) gehört zu den Malern, die von der Leipziger Schule geprägt wurden: Von 1965 bis 1970 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Harry Blume, Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer. In seinen figurativen, präzise komponierten Bildern verbindet sich diese Schulung mit einem eigenen, kühlen Blick auf Mensch und Zeitgeschichte. Geboren in Ústí nad Labem, lehrte Peuker von 1977 bis 1989 als Dozent an der HGB Leipzig und ab 1993 als Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1994 zog er nach Groß Glienicke bei Berlin, wo er 2001 starb.

RAUCH, Neo

RAUCH, Neo

Neo Rauch (geb. 1960 in Leipzig) gilt als bekanntester Vertreter der Neuen Leipziger Schule. In einer oft melancholisch gedämpften Farbigkeit zeigt er Figuren in rätselhaften, widersprüchlichen Situationen, in denen die Gesetze von Raum und Zeit außer Kraft gesetzt scheinen – eine Bildsprache zwischen Surrealismus, Realismus und Anklängen an die Pop-Art. Rauch studierte ab 1981 bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig und wurde Meisterschüler von Bernhard Heisig; 2005 wurde er dort selbst zum Professor berufen. Seine Werke befinden sich in führenden Museen und bedeutenden Sammlungen weltweit. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

RAY, Man

RAY, Man

Man Ray (1890–1976), geboren als Emmanuel Radnitzky, zählt zu den schillerndsten Figuren von Dada und Surrealismus – als einziger Amerikaner spielte er in beiden Bewegungen eine zentrale Rolle. Er arbeitete gleichermaßen als Maler, Objektkünstler, Filmemacher und Fotograf, doch vor allem seine fotografischen Innovationen machten ihn weltberühmt: Mit den kameralosen „Rayografien" und der Technik der Solarisation eröffnete er der Fotografie völlig neue, traumhaft-poetische Ausdrucksmöglichkeiten. In seinem Pariser Atelier porträtierte er die Avantgarde seiner Zeit, von Picasso über James Joyce bis Salvador Dalí. Den Großteil seines Schaffens verbrachte er in Paris; seine ikonischen Objekte und Bilder gehören heute zum festen Bestandteil der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts.

RICHTER, Daniel

RICHTER, Daniel

Daniel Richter (geb. 1962 in Eutin) zählt zu den einflussreichsten deutschen Malern der Gegenwart. Sein Werk ist durch einen markanten Stilwechsel geprägt: Auf dichte, abstrakte Anfänge folgte um das Jahr 2000 die Hinwendung zur figurativen Malerei. Bekannt wurde Richter vor allem für seine großformatigen, vielfigurigen Szenen, in denen er Motive aus Nachrichtenbildern, Geschichtsbüchern und der Popkultur zu vielschichtigen, oft politisch aufgeladenen Bildwelten verdichtet. Charakteristisch sind seine leuchtenden, fast übernatürlich glühenden Farben. Er studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Werner Büttner und arbeitete als Assistent von Albert Oehlen; als langjähriger Professor in Wien und Berlin prägte er zudem eine jüngere Künstlergeneration.

RINK, Arno

RINK, Arno

Allegorische, mythologische und erotische Motive verdichtet Arno Rink (1940–2017) zu eindringlichen Kompositionen von großer atmosphärischer Dichte und malerischer Sinnlichkeit. Mit meisterhafter Beherrschung von Farbe, Licht und Komposition zählt er zu den wichtigsten Vertretern der zweiten Generation der Leipziger Schule. Rink studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig unter anderem bei Werner Tübke und Bernhard Heisig und lehrte dort selbst über 35 Jahre als prägender Professor. Als Lehrer ebnete er den Weg für die Neue Leipziger Schule und unterrichtete spätere Stars wie Neo Rauch, Michael Triegel und Tim Eitel. Seine Werke sind in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

SCACCIA, Bea

SCACCIA, Bea

Alter Egos der Künstlerin bevölkern die traumhaft-barocken Szenerien von Bea Scaccia (* 1978 in Frosinone, Italien) und verhandeln die Absurdität der menschlichen Existenz. Mit Acryl und Airbrush erzeugt sie atmosphärisch schimmernde, zwischen Schönheit und Monstrosität changierende Bildwelten. Scaccia studierte an der Accademia di Belle Arti in Rom, wo sie unter anderem mit dem Künstler Gino Marotta zusammenarbeitete, und lebt seit 2011 in New York.

SCHEERS, Vincent

SCHEERS, Vincent

Vincent Scheers (geb. 1990 in Belgien) arbeitet mit ungewöhnlichen Mitteln: natürliche Pigmente, Farbstoffe und Bleiche auf Brennnesseltuch. Aus diesem zurückhaltenden Materialvokabular entwickelt er Bilder, deren Reiz im Stofflichen und in feinen Übergängen liegt. Scheers wird von der Münchner Galerie Wunderkunst vertreten, die seine Arbeiten international präsentiert.

SCHUIERER, Linus

SCHUIERER, Linus

Linus Schuierer ist ein in München lebender Künstler, der an der Akademie der Bildenden Künste München studierte. In seiner Praxis arbeitet er unter anderem mit textilen Materialien, aus denen er reduzierte, oft gefaltete Objekte entwickelt – etwa in der Werkgruppe „Faltung“. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Kunstverein München gezeigt.

SCHÜTTE, Thomas

SCHÜTTE, Thomas

Thomas Schütte (geb. 1954 in Oldenburg) zählt zu den international renommiertesten Künstlern der Gegenwart. Sein vielseitiges Werk konzentriert sich auf die Skulptur, umfasst aber ebenso Installationen, Architekturmodelle, Aquarelle und druckgrafische Arbeiten. Charakteristisch ist sein souveräner Umgang mit unterschiedlichsten Materialien wie Bronze, Stahl, Keramik und Glas, mit denen er eindringliche menschliche Figuren wie die „Großen Geister" oder die „United Enemies" schuf. Schütte studierte an der Kunstakademie Düsseldorf unter anderem bei Gerhard Richter und Fritz Schwegler und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2005 mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig. Seine Werke sind in den wichtigsten Museen der Welt vertreten und erzielen auf dem internationalen Kunstmarkt Spitzenpreise.

SOLAL, Anna

SOLAL, Anna

Aus Kämmen, Spiegelscherben und Handydisplays formt Anna Solal (* 1988 in Dreux, Frankreich) Skulpturen. Bekannt ist sie für ihre Assemblagen aus urbanen Materialien – meist Metall und Plastik, das sie auf der Straße sammelt oder in Billigläden kauft und neu zusammensetzt. Solal studierte Bildhauerei an der École Nationale Supérieure des Arts Visuels de La Cambre in Brüssel sowie Bildende Kunst am Central Saint Martins in London. Sie lebt und arbeitet in Paris und ist seit 2022 Stipendiatin der Villa Médicis in Rom. Ihre Werke wurden unter anderem im Palais de Tokyo in Paris und im Musée des Abattoirs in Toulouse gezeigt.

SPEIER, Anne

SPEIER, Anne

Anne Speier (geb. 1977 in Frankfurt am Main) lässt in ihren Arbeiten unterschiedliche, mitunter widersprüchliche Materialien, Stile und Epochen aufeinandertreffen, um aus dieser Reibung eine eigene, gegenwärtige Bildsprache zu gewinnen. Malerei und Skulptur verbinden bei ihr innovative digitale Reproduktionsverfahren mit klassisch handwerklichen Techniken. Speier studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main (2004–2008) sowie an der Universität für angewandte Kunst Wien (1999–2004). Sie lebt in Wien und lehrt dort an der Akademie der bildenden Künste im Bereich Objekt-Bildhauerei.

STANKOWSKI, Anton

STANKOWSKI, Anton

Das Signet der Deutschen Bank, das visuelle Konzept für die Stadt Berlin: Anton Stankowski (1906–1998) gilt als einer der wichtigsten Pioniere der konstruktiven Grafik. Geprägt von einer klaren, geometrischen Formensprache, übersetzte er Begriffe und Prozesse in reduzierte, präzise Bildzeichen – und zog zwischen freier und angewandter Kunst bewusst keine Grenze. Nach einer Ausbildung als Dekorationsmaler und einem Studium an der Folkwangschule in Essen ließ sich Stankowski in Stuttgart nieder, das zu seinem langjährigen Wirkungsort wurde. 1983 gründete er die Stankowski-Stiftung, die bis heute Künstler auszeichnet, die freie und angewandte Kunst miteinander verbinden. Sein Schaffen prägte das moderne Grafikdesign in Deutschland nachhaltig.

SZYMANSKI, Rolf

SZYMANSKI, Rolf

Rolf Szymanski (1928–2013) war ein bedeutender deutscher Bildhauer, Zeichner und Grafiker und zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Nachkriegsskulptur. Er wurde am 22. Juni 1928 in Leipzig geboren und studierte von 1947 bis 1949 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin (heute Universität der Künste Berlin). Entscheidende künstlerische Impulse erhielt er durch die Auseinandersetzung mit der europäischen Moderne sowie durch die Begegnung mit der Bildhauerin Renée Sintenis.Seit den 1950er-Jahren entwickelte Szymanski eine unverwechselbare künstlerische Sprache, in der sich figürliche Elemente mit surrealen, organischen und symbolischen Formen verbinden. Seine Skulpturen zeichnen sich durch poetische Bildfindungen, subtile Ironie und eine besondere Sensibilität für Material, Oberfläche und Raum aus. Immer beschäftigen sie sich mit dem Menschen, seiner Existenz und Verletzlichkeit sowie mit mythischen und literarischen Themen. Seine Werke bewegen sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion und eröffnen vielschichtige Deutungsmöglichkeiten.Von 1974 bis 1993 war Szymanski Professor für Bildhauerei an der Universität der Künste Berlin. Darüber hinaus war er seit 1970 Mitglied der Akademie der Künste und engagierte sich dort im künstlerischen Austausch und in der Förderung zeitgenössischer Kunst. Die Akademie würdigte ihn als eine prägende Persönlichkeit der deutschen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts.Szymanski war mit seinen Arbeiten auf zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten, darunter mehrfach auf der documenta in Kassel. Seine Skulpturen befinden sich heute in bedeutenden Museen, öffentlichen Sammlungen und Skulpturenparks im In- und Ausland.

TÀPIES, Antoni

TÀPIES, Antoni

Antoni Tàpies (1923–2012) war ein katalanischer Maler, Bildhauer und Kunsttheoretiker und zählt zu den bedeutendsten europäischen Künstlern der Nachkriegszeit. Nach surrealistischen Anfängen wandte er sich Anfang der 1950er Jahre der abstrakten Kunst zu und wurde zu einem Hauptvertreter des Informel und der Materialmalerei. Charakteristisch für sein Werk ist die sogenannte pintura matèrica, bei der er Marmorstaub, Sand und Ton mit Farbe vermengte und Alltagsgegenstände wie Schnur, Papier oder Stoff in seine Bilder integrierte.1948 gehörte Tàpies in Barcelona zu den Mitbegründern der avantgardistischen Gruppe Dau al Set, die dem Surrealismus nahestand. Seine Werke verbinden eine archaische, materielle Bildsprache mit symbolischen Zeichen, Kreuzen und Buchstaben und tragen oft eine politische, vom katalanischen Selbstverständnis geprägte Dimension. 1984 gründete er in Barcelona die Fundació Antoni Tàpies, die seinem Werk und Leben gewidmet ist. Bis heute gilt er als einer der einflussreichsten Künstler Spaniens im 20. Jahrhundert. Werke von Tàpies sind in bedeutenden Museen weltweit vertreten und zählen für Sammler zu den begehrtesten und wertbeständigsten Positionen der europäischen Nachkriegskunst.

TOBIAS, Gert & Uwe

TOBIAS, Gert & Uwe

Gert und Uwe Tobias (geboren 1973 in Kronstadt, Rumänien) arbeiten seit den späten 1990er Jahren als künstlerisches Duo. Bekannt wurden die Zwillingsbrüder vor allem für ihre großformatigen, farbintensiven Holzschnitte, die sie in einer charakteristischen, puzzleartigen Technik schaffen. Darin verbinden sie Motive der siebenbürgischen Volkskunst und Folklore mit Elementen der klassischen Moderne, des Dadaismus und der Popkultur zu einer unverwechselbaren, oft hintergründig-humorvollen Bildsprache. Neben den Holzschnitten umfasst ihr Schaffen Collagen, Keramiken und die berühmten „Schreibmaschinenzeichnungen". Nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland studierten sie in Mainz und an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Walter Dahn; ihre Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem im Museum of Modern Art in New York und in der Whitechapel Gallery in London.

TRIEGEL, Michael

TRIEGEL, Michael

Glaube, Mythos und menschliche Existenz verhandelt Michael Triegel (geb. 1968 in Erfurt) in präzise gemalten, oft rätselhaft-allegorischen Kompositionen. Seine Kunst zeichnet sich durch die meisterhafte Wiederbelebung altmeisterlicher Maltechniken aus, die er mit Anregungen aus Renaissance, Manierismus und Barock verbindet. Triegel studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig bei Arno Rink und Ulrich Hachulla. Internationale Bekanntheit erlangte er unter anderem mit dem offiziellen Porträt von Papst Benedikt XVI. und dem Naumburger Altar; die Zeit nannte ihn „Deutschlands berühmtesten religiösen Künstler". Seine Werke sind in bedeutenden Sammlungen und Kirchen zu finden; vertreten wird er von der Galerie Schwind.

TÜBKE, Werner

TÜBKE, Werner

Werner Tübke (1929–2004) zählt neben Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer zu den Begründern der Leipziger Schule. Sein unverwechselbarer altmeisterlicher Malstil knüpft an die Tradition der Renaissance und des Manierismus an und hebt ihn deutlich von den Strömungen der Avantgarde ab. Tübkes Werk ist von vielfigurigen, allegorischen und historischen Kompositionen geprägt, die er mit höchster malerischer Präzision ausführte. Sein Hauptwerk, das monumentale Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen, gilt mit rund 14 mal 123 Metern als eines der größten Gemälde der Welt und wird als „Sixtinische Kapelle des Nordens" bezeichnet. Nach einer Lehre als Maler studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo er später selbst als Professor lehrte; als einer der wenigen ostdeutschen Künstler fand er auch im Westen breite Anerkennung.

URY, Lesser

URY, Lesser

Nächtliche Cafészenen, regennasse Boulevards im Schein der Gaslaternen: Lesser Ury (1861–1931) wurde vor allem für seine atmosphärischen Stadtansichten berühmt. Als virtuoser Meister des Pastells wie der Ölmalerei fing er Licht, Luft und Stimmung mit unvergleichlicher Sensibilität ein und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Nach seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie und Aufenthalten in Brüssel, Paris und München ließ er sich in Berlin nieder, wo der frühe Förderer Adolph Menzel auf sein Talent aufmerksam wurde. Ury war Mitglied der Münchner und der Berliner Secession und prägte gemeinsam mit Max Liebermann das Bild der modernen Großstadtmalerei. Seine Werke sind heute in bedeutenden Museen vertreten und auf dem Kunstmarkt sehr gesucht.

VOLKMANN, Herbert

VOLKMANN, Herbert

Der Lebensweg von Herbert Volkmann (1954–2014) verlief ungewöhnlich: Nach dem Kunststudium bei Hermann Bachmann an der Hochschule der Bildenden Künste in West-Berlin arbeitete er zunächst im väterlichen Fruchthandel und wurde als Obst-Großhändler erfolgreich, ehe er – ermutigt von Jonathan Meese – zur Malerei zurückkehrte. Seine von Francis Bacon angeregten Bilder verbinden Magazinausschnitte und Fotografien collagenartig mit der Ölmalerei.

VON KAUFMANN, Ruprecht

VON KAUFMANN, Ruprecht

Ruprecht von Kaufmann (* 1974 in München) malt vorwiegend mit Öl auf Linoleum – einem Material, in das er mit dem Linolmesser zugleich hineinschneidet. Seine Bilder zeigen Figuren, Interieurs und Landschaften in oft surreal aufgeladenen, erzählerischen Settings. Von Kaufmann studierte Illustration am Art Center College of Design in Los Angeles und lebte mehrere Jahre in Los Angeles und New York, bevor er sich 2003 in Berlin niederließ. Internationale Anerkennung erlangte er mit seinem figurativen Werk; Arbeiten von ihm befinden sich unter anderem in der Sammlung des Deutschen Bundestages und in vielen internationalen Privatsammlungen.

WEISCHER, Matthias

WEISCHER, Matthias

Menschenleere, bühnenhaft inszenierte Interieurs prägen das Werk von Matthias Weischer (geboren 1973 in Elte): kunsthistorische Anspielungen, verfremdete Alltagsgegenstände und rätselhafte Raumperspektiven verbinden sich darin zu vielschichtigen Bildräumen. Charakteristisch ist sein reicher, oft reliefartig aufgebauter Farbauftrag, der seinen Werken eine besondere haptische Präsenz verleiht. Weischer studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig und war Meisterschüler von Sighard Gille; gemeinsam mit Künstlern wie Neo Rauch, Tim Eitel und David Schnell prägte er den internationalen Erfolg der Leipziger Malerei seit den 2000er Jahren. Seine Arbeiten sind in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit vertreten.

WOHNSEIFER, Johannes

WOHNSEIFER, Johannes

Johannes Wohnseifer (geb. 1967 in Köln) bewegt sich souverän zwischen den Medien: Video, Fotografie, Skulptur, Installation und Acrylmalerei gehören gleichermaßen zu seinem Werk. Geprägt von Minimalismus und Pop-Art, verbindet er die Faszination der Pop-Art für kommerzielle Bildwelten mit der minimalistischen Kritik am Massenkonsum. Seit 2007 ist Wohnseifer Professor für Malerei und Skulptur an der Kunsthochschule für Medien Köln. Einzelausstellungen führten ihn unter anderem ins Museum Ludwig in Köln (1999), ins Sprengel Museum Hannover (2003) und ins Hara Museum of Contemporary Art in Tokio (2005). Er lebt und arbeitet in Köln und Erftstadt.

WUNDERLICH, Paul

Paul Wunderlich (1927–2010) war ein deutscher Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer und zählt zu den bedeutendsten Vertretern der phantastischen Figuration in der deutschen Nachkriegskunst. Nach seinem Studium an der Landeskunstschule Hamburg lehrte er dort ab 1963 als Professor für Grafik.International bekannt wurde Wunderlich zunächst durch seine virtuosen Lithografien, später vor allem durch seine Gemälde und Skulpturen. Sein Werk verbindet Elemente des Surrealismus und Symbolismus mit Einflüssen der Renaissance und des Manierismus. Im Mittelpunkt stehen häufig idealisierte menschliche Figuren, mythologische Themen sowie Motive von Erotik, Verwandlung und Traum.Ab den 1960er Jahren entwickelte Wunderlich eine unverwechselbare Bildsprache, geprägt von eleganten Linien, raffiniertem Kolorit und einer zugleich sinnlichen wie rätselhaften Atmosphäre. Seine Werke befinden sich heute in zahlreichen internationalen Museums- und Privatsammlungen.

WÜSTEN, Johannes

WÜSTEN, Johannes

Johannes Wüsten (1896–1943) zählt zu den bedeutenden Vertretern der Neuen Sachlichkeit. Künstlerisch zunächst vom Expressionismus geprägt, fand er nach einer Ausbildung bei Otto Modersohn in Worpswede und Jahren in Hamburg zu einer präzisen, sozialkritischen Bildsprache; ab 1929 widmete er sich vor allem dem Kupferstich, den er zu meisterhafter Vollendung führte. Wüsten war ein überzeugter Antifaschist und gehörte einer Görlitzer Widerstandsgruppe an; 1934 musste er ins Exil nach Prag und Paris gehen, wo er als Autor und Illustrator für antifaschistische Zeitschriften arbeitete. 1943 starb er als politischer Häftling im Zuchthaus Brandenburg-Görden. Sein vergleichsweise schmales, technisch herausragendes Werk verbindet künstlerische Qualität mit eindrucksvoller historischer Bedeutung.

ZINK YI, David

ZINK YI, David

David Zink Yi (* 1973 in Lima) ist ein Künstler mit peruanischen, chinesischen und deutschen Wurzeln, der in Berlin lebt und arbeitet. Seine eigene Biografie bildet einen wichtigen Ausgangspunkt seiner Arbeit. In seinem vielschichtigen Werk setzt er sich mit dem Körper als Träger von Identität, Erinnerung und Veränderung auseinander. Dabei verbindet er unterschiedliche künstlerische Medien wie Skulptur, Video, Keramik, Klang und Performance zu einem offenen, medienübergreifenden Œuvre. Bekannt sind seine keramischen Skulpturen von Kopffüßern – Tintenfischen und Kraken, deren wandelbare Körperlichkeit er in Ton übersetzt. 2013 war er auf der Biennale von Venedig vertreten, 2019 wurden seine Arbeiten im Belvedere in Wien präsentiert. Seine Werke befinden sich heute in vielen bedeutenden internationalen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, die Tate in London, das Museum of Contemporary Art in Los Angeles sowie im Museum Ludwig in Köln.