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"Ein Dank dem Mausklick"

DIE WELT, 04.09.2009, Nr. 206, S. 32

Ressort: Berliner Kunstmarkt

Andrea Hilgenstock

Ein Dank dem Mausklick
Stefan Westphal ist Galerist, Online-Kunsthändler und Auktionsveranstalter


Von Andrea Hilgenstock

Die Wege zur Kunst sind unergründlich. Manchmal sind sie auch ganz einfach vorbestimmt. Ein junger Mann, der Maschinenbau studieren will, jobbt in einer Kunstspedition. Die steuert häufiger die Galerie Brusberg an. Der Zufall will es, dass man den interessierten Quereinsteiger dort brauchen kann. Der Weg zum Galerieassistenten ist damit geebnet und statt Maschinen studiert Stefan Westphal nun Künstler und ihre Werke.

17 Jahre arbeitete er bei Dieter Brusberg am Kurfürstendamm. Konnte beobachten, dass die Kunst auch passende Käufer findet - ein akkurater Mensch und so akribischer Maler wie Konrad Klapheck etwa zu ähnlich gearteten Sammlern. "Sender und Empfänger finden sich, wenn sie ähnlich gepolt sind", glaubt Westphal. Das breite Angebot am Markt hält für jeden Charakter etwas bereit, für Hipster wie für Bodenständige.

Mit einem eigenen Programm - "traditionell, aber doch mit Aha-Effekt" - machte sich der 39-Jährige vor kurzem selbstständig. Seit April ist er Galerist und betreibt dazu noch mit Geschäftspartner Michael Janßen die innovative Online-Kunsthandels-Plattform GermanArtServer (www.artserver.de (http://www.artserver.de)) - Anlaufstelle für Kunstkäufer im Internet. Dort finden sich viele bekannte Namen wie Georg Baselitz, Rebecca Horn oder Daniel Richter.

Die angebotenen Werke hat Westphal teilweise gekauft, teilweise in Kommission genommen. "Anfangs fragte jeder: Wer macht denn schon mit?", berichtet der Pionier vom schwierigen Auf- und Ausbau seiner beachtlichen Künstlerliste. Mit den ersten Erfolgen jedoch wuchs das Vertrauen. Auch unbekannte oder in Vergessenheit geratene Künstler verkaufen sich gut über das Internet, Mausklick sei Dank.

Eine stimmungsvolle Landschaft des Malers Robert W. Natkin beispielsweise fand auf diese Weise für 6000 Euro nach Italien. Damit diejenigen, die auf eine Live-Besichtigung nicht verzichten möchten, die Möglichkeit haben, drängte sich die Galeriearbeit förmlich auf. Nahe seiner Büroräume in Prenzlauer Berg eröffnete der in Berlin aufgewachsene Kunstvermittler sein Domizil, fernab von Mainstream und Hochpreishandel.

"Der Standort ist heute nicht mehr so wichtig wie vor zehn Jahren", findet der Neugalerist und dass die Kunst stets dorthin gegangen sei, wo die Mieten günstig waren. Idyllisch gelegen zwischen dem Imbiss "Mangelwirtschaft" und frisurtechnischer Basisarbeit lockt nun die Kunst - junge Malerei "im figürlich-gegenständlichen Bereich". Auch nach rechts und links soll der Blick gerichtet werden, auf Fotografie und Skulptur.

Die erste Ausstellung fotorealistischer Berlin-Malerei von Carsten Kaufhold zeigte, dass Normalverbraucher sich bei Westphal wohl fühlen und gerne zugreifen - auch ohne bekannte Motive und Klischee-Orte. "Wir haben die erste Ausstellung sehr gut verkauft", freut sich der Galerist, wissend, "dass man sich ein Ziel setzen und dann auch daran festhalten sollte, falls es nicht so klappt".

In der Kunst gelten andere Zeitmaßstäbe, das hat er von seinem früheren Chef gelernt: "Beharrlichkeit gehört zum Geschäft und Kontinuität auch." In Zeiten wirtschaftlicher Rezession sowieso. Nun, die sonnigen Berliner Straßen mit ihren Licht- und Schattenspielen, die der Berliner Kaufhold in Abwandlung von Fotos auf die Leinwand gebannt hat, haben erst mal Auftrieb gegeben.

Das Inselflair der Galerie wird durch die Sommer-Ausstellungen "Berlin am Meer" sowie die Präsentation der "Edition Hiddensee" noch verstärkt. Zwölf Künstler, darunter Johannes Heisig, Helge Leiberg, Harald Metzkes und Kathrin Schötz, zeigen maritime Insel-Eindrücke. Westphal hat die Grafik-Edition übernommen und erweitert. Der rührige Galerist, Online-Kunsthändler und Editionsverleger agiert zudem als Auktionsveranstalter.

Zusammen mit dem Bildhauer Peter Schäfer hob er im November 2008 die erste "Mitteldeutsche Kunstauktion" in der Autobauerstadt Eisenach aus der Taufe ( www.mdk-auktion.de (http://www.mdk-auktion.de)) und schrieb trotz vieler Unkenrufe gleich schwarze Zahlen. "Thüringen ist ein relativ unerschlossenes Gebiet im Kunsthandel", erkannte der Marktkenner. Da man in Zeiten des Internet lebe, war ihm nicht bange, in der nahezu galeriefreien Landschaft loszulegen.

Westphal trat an Galeristen, Sammler und Künstler heran mit der Bitte um Einlieferungen und so wird es auch diesmal sein. Am 24. Oktober 2009 steigt die zweite Ausgabe mit Werken von 50 Thüringer Künstlern und 150 internationalen Recken im historischen, gläsernen KunstPavillon, der als Autoschauraum inzwischen ausgedient hat. "Man muss eine gute Kommunikation haben und an die Sache glauben", erklärt der Jungunternehmer. Der Standort ist bei so viel Tatkraft tatsächlich zweitrangig.

Die Preise in der Galerie beginnen bei gut 190 Euro.

Paul-Robeson-Str. 42; Di-Fr 14-18 Uhr.






"Herbert Mehler in Eisenach"

Anlässlich des Sommerfestes der Firma Dental-Labor Schuldes GmbH stellt der Bildhauer Herbert Mehler im Garten der Villa 3 seiner Stahlskulpturen aus. Der schöne Klinkerbau in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 2 wird umsäumt von einem parkähnlichen Garten mit sehr altem Baumbestand. Somit setzt Herbert Mehler in Eisenach fort, womit er seit einigen Jahren in der traditionsreichen Domstadt Würzburg auf sich aufmerksam gemacht hat:
Temporär und permanent haben seine neuartigen, zeichenhaften Plastiken aus industriellem Corten-Stahl die Bauten und Kunstwerke früherer Jahrhunderte in vielfältige symbiotische Beziehungen zueinander gesetzt, z.B. 2007 in Ausstellungen im Kreuzgang des St. Kiliansdoms oder im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg.


Die Villa, in welcher sich das Dental-Labor Schuldes in Eisenach befindet, vereint die unterschiedlichsten Stilrichtungen ob Historismus, Renaissance oder Klassizismus. In Auftrag gegeben wurde sie im Jahre 1890 vom Rechtsanwalt Dr. Maximilian Wernick (1850-1915), der sich in hohem Maße als Förderer der Stadt Eisenach und für deren Entwicklung eingesetzt und verdient gemacht hat


Die Ausstellung kann nach Verabredung ab dem 26. August 2009 besucht werden. Der Eintritt ist frei.


Herbert Mehler lebt und arbeitet in Berlin und Riedenheim
www.herbert-mehler.de






"Artnet AG ./. Stefan Westphal"

Liebe Kunstfreunde, sie ist schon sehr merkwürdig, diese Welt des Rechts. Nicht das wir es nicht wussten, aber wenn man dann selber darin agieren muß, wird alles noch surrealer. Gibt es doch vielleicht eine jähe Wende in unserer Ausgangsposition in der vermeintlichen Markenrechstverletzung durch die Domain www.berlinartnet.de. Das Wichtigste: die Marke "artnet" gehört gar nicht der Artnet AG! Sondern "artnet ist eine eingetragene Handelsmarke der artnet Worldwide Corporation, New York, NY." Zwar ist diese wiederum eine 100prozentige Tochter der Artnet AG, aber die Vollmacht des gegnerischen Anwalts wohl nicht ausreichend und das "Rechtsgeschäft" zurückzuweisen. Noch interessanter wird es aber bei dem, was wir eigentlich NICHT MEHR tun. Im Jahre 2001 haben wir ein Teil dessen getan, was uns heute angekreidet wird. Nämlich unter der Domaine www.berlinartnet.de unter anderen Berliner "Galerien präsentiert". Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Domain "artnet.de" noch einem IT Dienstleister und "artnet.com" war das eingetragene Markenzeichen. Explizit "artnet.com" Erst 2004 wurden die Inhalte von "artnet.com" auf die Seiten von "artnet.de" übernommen. Und zwar nur in englischer Sprache. Einen eigenständigen deutschen Auftritt hatte die von "Artnet.com AG" in "Artnet AG" umbenannte Gesellschaft also erst ca. 3 Jahre nach dem Start von berlinartnet.de. Somit hätten wir die älteren Rechte an dem, für das wir abgemahnt worden sind. Wer hätte das nun wieder gedacht.... Schauen wir mal, wie es nun weitergeht.... Beste Grüße aus Berlin Stefan Westphal Berlin, 21.7.2009




"artnet.AG ./. Stefan Westphal"

Berlin, 15. Juli 2009

Liebe Kunstfreunde,

trotz der allerorts beginnenden Sommerferien kommt bei uns noch keine Urlaubsstimmung auf. Das hat zumindest 3 Gründe. 2 gute Gründe und einen sehr ärgerlichen Grund.

Erstens: unsere aktuelle Ausstellung „Berlin am Meer“ wird sehr gut besucht und wir führen viele Gespräche in unseren Räumen in der Paul Robeson Str. 42. Nach einer tollen Eröffnung entdecken uns nun Kunstfreunde aus der ganzen Stadt. Sogar aus Zehlendorf fand man schon den Weg nach Prenzlauer Berg.

Zweitens: unsere 2. Mitteldeutsche Kunstauktion wirft ihre langen Schatten voraus. Mit dem Katalog wird es wohl klappen, das bedeutet aber auch umfangreiche Arbeit, die wir aber gerne machen. War doch die 1. Mitteldeutsche Kunstauktion ein voller Erfolg.

Und drittens: Ärger mit der Artnet AG. Am Samstag nach unserer Eröffnung flatterte uns eine strafbewährte Abmahnung per Einschreiben ins Haus. Stein des Anstoßes ist die von uns im Jahre 2001 registrierte Domain berlinartnet.de. Verwechslungsgefahr mit artnet.de und Verletzung von Markenrechten wirft uns das börsennotierte Unternehmen vor. Obwohl unsere Domain seit 2005 nicht mehr eigenständig verwendet wird. Nur zur Überbrückung der Registrierung und Einrichtung der Domain www.westphal-berlin.de haben wir sie kurzfristig wieder aktiviert. Und damit Abmahnkosten in erheblicher Höhe produziert.

Dadurch das wir unter dieser Adresse ca. 1 Woche lang auf unsere Projekte ArtServer.de, Mitteldeutsche Kunstauktion und unsere Galerie verlinkt haben, bringt „das Publikum“ angeblich unsere Aktivitäten „gedanklich in Verbindung mit der Marke“ Artnet AG. „Das Publikum“ sind Sie, liebe Kunstfreunde und Sie "werden glauben, das die Auktion und die Präsentation von Galerien und Künstlern unter www.berlinartnet.de im Zusammenhang mit der Online-Plattform unserer Mandantin (artnet.de - Anm. d. Red. ) steht".
So ist das also mit dem „Publikum“.

Mittlerweile haben wir die Domain endgültig gelöscht und konzentrieren uns auf www.westphal-berlin.de . Und leider auf den Schriftwechsel mit dem Rechtsanwalt der Artnet AG.
Fortsetzung folgt bestimmt, leider.

Mit besten Grüßen aus dem Prenzlauer Berg

Stefan Westphal






"Hiddensee und "Berlin am Meer""

Liebe Kunstfreunde,

wir möchten Sie an unsere Präsentation im Rahmen der Edition-Hiddensee erinnern.

Am Mittwoch, 24.6.2009 ab 18 Uhr stellen wir zwei neue Blätter aus der Edition vor:
"Hochufer" von Johannes Heisig und "Hafen Vitte" von Kathrin Schötz.

Zusammen mit den Blätter aus den Vorjahren und einigen Originalen haben wir eine kleine aber feine Ausstellung eingerichtet. Diese ist in Berlin nur kurz zu sehen, geht dann mit einigen Ergänzungen als Sommergast zum KunstPavillon nach Eisenach. Dort feiern wir am 14.8.2009 - dem letzten Tag der Ausstellung mit Arbeiten von Dorsten Klauke aus Arnstadt - ein kleines SOMMERFEST. Einladung folgt!

Die Künstlerliste für unsere Ausstellung "Berlin am Meer" ist nun komplett:

Ab dem 10. Juli um 19 Uhr zeigen wir in der Paul Robeson Straße 42 Bilder und Blätter von:

Dinah Busse *1964, Walter Eisler *1954, Peter Fritz *1944, Johannes Heisig *1953, Werner Heldt *1904-1954, Carsten Kaufhold *1967, Christopher Lehmpfuhl *1972, Achim Riethmann *1979, Torsten Schlüter *1959, Kathrin Schötz *1974, Vincent Wenzel *1979 und Lars Wiedemann *1973

Wir freuen uns auf diese Ausstellung und laden Sie schon jetzt recht herzlich ein.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Prenzlauer Berg

Stefan Westphal + Michael Janßen


www.edition-hiddensee.de


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Finissage

James Nachtwey: "Struggle for Life - ein Kampf für Leben"

Donnerstag, 25. Juni 2009, 17 Uhr

Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

Charitéplatz 1, 10117 Berlin

Die Bilder des Fotografen James Nachtwey brennen sich in das kollektive Gedächtnis. Seit Anfang der 1980er Jahre dokumentiert er die Krisengebiete der Welt mit seiner Kamera.

Die Ausstellung "Struggle for Life - ein Kampf für Leben" in Berlin zeigt leidvollen Auswirkungen der Seuche Tuberkulose, an der jährlich 2 Millionen Menschen sterben.

Bei der Finissage am 25. Juni 2009 um 17 Uhr im Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie nähern sich sechs international anerkannte Referentinnen und Referenten in dem Gespräch "Zeitbombe Tuberkulose? Fakten. Strategien. Lösungen." wissenschaftlich dem Thema, das James Nachtwey künstlerisch eingefangen hat.

Es wird herzlich zur Teilnahme am Dialog von Kunst und Wissenschaft eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter http://www.mpiib-berlin.mpg.de/nachtwey/nachtwey1.htm





"Neue Blätter Edition Hiddensee"

Liebe Kunstfreunde,

nun ist es endlich soweit: die zwei angekündigten Blätter der Edition Hiddensee von Kathrin Schötz und Johannes Heisig sind erschienen. Eine Radierung und eine Lithografie bilden den Auftakt für das Jahr 2009. Die beiden neuen Arbeiten werden am 24.Juni 2009 ab 18 Uhr in unseren Räumen in der Paul Robeson Str. 42 in Anwesenheit der Künstler vorgestellt. Zusammen mit 10 Blättern, die 2008 verlegt worden sind. Ergänzt wird diese Präsentation mit einigen Originalen zum Thema Hiddensee. Wir würden uns sehr freuen, Sie und Ihre Freude zu diesem Anlass im Prenzlauer Berg begrüßen zu können.

Details zu den Blättern finden Sie unter www.edition-Hiddensee.de


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