Abstrakte Malerei
Von lat.“abstrahere“ weglassen, abziehen, entfernen. Spätlateinisch dann mit der Bedeutung unkörperlich, nicht konkret.
Abstrakt werden deshalb im allgemeinen Sprachgebrauch meist alle Richtungen und Resultate einer Malerei genannt, die sich von der natürlichen Sicht der Dinge entfernen, ohne die Gegenständlichkeit als formales Prinzip aufzugeben.
Aquarell
Malerei mit Wasserfarben, die sich durch ihre Transparenz auszeichnen und tieferliegende Schichten sowie Malgrund durchschimmern lassen
Aquatinta
Eine Radierplatte, auf die bereits eine Zeichnung radiert ist, wird mit Kolophoniumpuder eingestäubt und soweit erhitzt, daß die Körnchen auf der Platte festsitzen, aber nicht schmelzen. So kommt es im Säurebad nur an den staubfreien Stellen zu Vertiefungen, was beim Druck den punktartigen Flächenton erzeugt. Die Aquatintaplatte ist wegen der feinen Kornstruktur ausgesprochen sensibel und die Auflage daher technisch auf cirka 100 Exemplare begrenzt.
Ätzgrund
Name für den säurefesten Überzug der Radierplatte, in den der Künstler seine Motive einritzt
Auflage
Als Auflage bezeichnet man alle für den Handel bestimmten Exemplare einer Edition. Hierbei kann es sich um Radierungen, Lithographien sowie allen weiteren druckgrafischen Verfahren aber auch um Skulpturen handeln. Im seriösen Kunsthandel wird die Auflage limitiert. Die Höhe der Auflage wird auf jedem Blatt beziehungsweise Objekt der Auflage vermerkt. Die geschieht meist in der Form 2/12 oder II/XII. Die Auflagenhöhe beträgt in diesem Fall 12 Exemplare, das so bezeichnete ist das Exemplar 2. Die Bezeichnung als zum Beispiel Exemplar 2 bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, das es auch tatsächlich als 2 Exemplar gedruckt beziehungsweise gegossen wurde.
Die Auflagenhöhe hängt von der Entscheidung des Künstlers und seines Verlegers beziehungsweise Händlers ab. Außerhalb der Auflage gibt es meistens noch weitere Exemplare, die als E.A. beziehungsweise H.C- Exemplare gekennzeichnet sind. Weiterhin gibt es auch die Bezeichnung "Probe", "Zustand" oder ähnliches. Diese Exemplare sind in aller Regel nicht für den Handel bestimmt sondern verbleiben im Archiv des Künstlers oder des Verleger.
Nach dem alle Exemplare der Auflage gedruckt beziehungsweise gegossen worden sind, werden die Platten unbrauchbar gemacht und die Gußmodelle zerstört.
Avantgarde
Französich: Vorhut
Bezeichnung für künstlerische Gruppen oder Kunstäußerungen, die Ihrer Zeit voraus sind, über das bestehende hinausweisen und Tendenzen vorwegnehmen.
Barytpapier (Foto)
Bezeichnung für alle modernen Gelantinesilberpapiere, die als Schicht zwischen Papierträger und der Emulsoin eine Zwischenschicht aus Baryt, Bariumsulfat und Gelantine aufweisen.
Carborundum
Bei der Technik des Carborundum legt der Künstler in Kunstharz gefaßtes Granulat auf die Plattenoberfläche und formt und modeliert es nach seinen Vorstellungen. Durch Erhitzen verbindet sich dieses Material mit der Platte und es entstehen Erhöhungen, die beim anschließenden Druck Präge- und Strukturmuster im Papier erzeugen.
Collage
Bei der Collage werden verschiedene Materialien wie Papier oder Textilien auf die Bildfläche (Papier, Pappe oder Leinwand) geklebt. Eine Kombination mit Übermalungen in Öl- oder Wasserfarbe ist ebenfalls möglich.
Duktus
Die Eigenheit einer persönlichen Handschrift, zum Beispiel im Farbauftrag eines Künstlers (Pinselführung, Farbauftragart, Linenführung)
e.a. oder E.A.
Französisch: „épreuve d’artiste“, die beim Künstler verbleibenden Exemplare einer Auflage. Oft werden diese römisch numeriert.
Flachdrucke
Flachdrucke sind Verfahren, bei denen druckende und nicht druckende Teile der Druckform in einer Ebene liegen.
Frottage
Eine Technik, bei der durch Reibung mit Graphit oder Bleistift die natürlichen Unterlagen auf einen Bogen Papier übertragen werden.
Finissage
Spezielle Bezeichnung einer Veranstaltung am letzten Tag einer Ausstellung.
Firnis
Schnell trocknendes, farbloses Öl, das als Schutzschicht aufgetragen wird. (Fixativ)
Gouache
Malerei mit deckenden Wasserfarben, die durch weiße Füllstoffe kreidig wirken und mit einem harzigen Bindemittel vermischt werden.
Graphik
Unter Graphik wird alle vervielfältigende Linien- oder Flächenkunst verstanden, wie zum Beispiel Holzschnitte, Lithographien oder Radierungen (Druckgraphik).
Im Sprachgebrauch wird jedoch auch die Handzeichnung mit einbezogen. Umgangssprachlich bezeichnet man fast alle Arbeiten auf Papier als Graphik.
H.C. oder h.c.
Franzözisch: "hors commerce" außerhalb des Handels
Diese Blätter verbleiben entweder im Besitz des Künstlers oder des Verlegers
Hochdruck
Hochdrucke sind Verfahren, bei denen die erhabenen Teile der Druckform drucken. Zum Beispiel der Holzschnitt.
Holzschnitt
Auf die Oberfläche eines Holzstockes (Brett) wird die Darstellung seitenverkehrt aufgezeichnet. Wie bei einem Stempel bleibt das Bildmotiv stehen, während die nicht druckenden Teile mit einem Werkzeug entfernt werden. Anschließend wird Farbe aufgetragen und Papier oder Leinwand auf den Druckstock gelegt. Entweder wir das Motiv dann durch pressen oder durch reiben übertragen. Das Motiv erscheint dann seitenrichtig auf dem Papier oder der Leinwand. Der Druck erfolgt in speziellen Druckwerkstätten.
Kaltnadelradierung
Unter Verzicht auf den Ätzvorgang ritzt der Künstler mit einer Stahlnadel direkt in die Metallplatte. Dabei verdrängt die einritzende Nadel Metall seitlich, so daß ein feiner Grat entsteht, der beim Druck die typisch unscharfe Kontur hervorruft. Gedruckt wird durch den Künstler selbst oder in speziellen Werkstätten.
Kontur
Als Linie gemalter oder durch Kontrast hervorgerufener Umriß einer Form
Lavierung
Hinzufügen einer leichten Pinseltönung auf Zeichnungen oder Druckgraphiken, um eine malerische Wirkung zu erzielen.
Lithographie
Für dieses Flachdruckverfahren braucht der Künstler eine dicke Solnhofner Kalksteinplatte, deren feine Poren Wasser und Fett aufnehmen können. Mit fetthaltiger Tusche und Kreide wird das Motiv seitenverkehrt aufgetragen. In Verbindung mit der Farbe werden die Bildstellen fettanziehend und Wasserabstoßend, während die freien Flächen durch Säurebehandlung genau entgegengesetzt verhalten. Während des Farbauftrags und des Druckens wird der Stein naß gehalten, so daß die Farbe nur an den Bildstellen haftet. Gedruckt wird mit einer speziellen Presse. Häufige Verwendung findet heute das Umdruckverfahren, bei dem der Künstler mit Fettkreide auf Umdruckpapier malt und davon die Darstellung wie ein Abziehbild auf die Druckplatte überträgt. Lithosteine gibt es in den speziellen Druckwerkstätten.
Linolschnitt
Linoleum lässt sich leicht bearbeiten und nimmt die Farbe gut auf, womit es eine Alternative zum Holz darstellt.
Mezzotintotechnik
Bei diesem Tiefdruckverfahren wird zunächst die gesamte Druckplatte mit dem Wiegemesser gleichmäßig aufgerauht, was beim Druck den schwarzen Grundton erzeugt. Die Stellen, die später hell erscheinen sollen, werden mit dem Schabeisen und Polierstahl geglättet. Die Bearbeitung erfolgt vom Dunkeln zum Hellen. Im Abdruck ist die Oberfläche samtartig, deswegen aber auch leicht verletzlich
Monogramm
Eine aus den Anfangsbuchstaben des Künstlers zusammengesetzte Signatur.
Monotopie
Der Künstler malt das Bild auf eine Glas oder Kupferplatte, die er auf Papier presst, solange die Farbe noch feucht ist. Dieses Verfahren läßt jeweils nur einen Abdruck zu. Damit sind Monotopien Unikate und die Technik markiert die Schnittstelle
zwischen Druckgrafik und Zeichnung.
Passepartout
Aus Pappe oder Karton geschnittener Papierrahmen, in den Papierarbeiten montiert werden. Passepartouts dienen dem Handhabungsschutz der Blätter, verhindern beim Rahmen den Kontakt zwischen Glas und der Kunst sowie ermöglichen die Verwendung von größeren Rahmen. Passepartouts sollten immer aus säurefreien Materialien hergestellt werden, weil die Säure, aus zum Beispiel stark holzhaltigen Papier, sonst in das Blatt wandert und dieses beschädigt und langfristig sogar zerstört. Passepartouts werden in fast allen Rahmenwerkstätten und bei Restauratoren geschnitten.
Pastell
Bei diesem Verfahren benutzt der Künstler Pastellfarben oder Stifte, die aus einer Farbpulverpaste mit geringen Beimengungen wasserlöslicher Bindemittel hergestellt werden. Wegen ihrer geringen Haftfähigkeit lassen sie sich zu feinsten Übergängen verwischen. Deshalb wird das vollendete Bild mit einem Fixativ eingesprüht, um eine gewisse Wischfestigkeit zu erhalten.
Radierung
Bei diesem Tiefdruckverfahren wird eine polierte Metallplatte zunächst mit säurefesten Grund beschichtet (Ätzgrund), in den der Künstler die Darstellung mit einer Radiernadel seitenverkehrt einritzt. Anschließend wird die Platte in eine Säure gelegt, die die freigelegten Stellen vertieft. Nach der Reinigung der Platte trägt man Druckfarbe so auf, daß sie in den Vertiefungen haften bleibt. Beim Druck mit einer speziellen Presse drückt die Platte das angefeuchtete Papier fest in die Vertiefung. Das Motiv erscheint seitenrichtig auf dem Blatt.
Die Herstellung erfolgt durch den Künstler oder in speziellen Druckwerkstätten.
PE-Papier
Photopapiere, dessen Papierträger mit einer Polyethylenschicht versigelt ist. Das PE-Papier erlaubt einen schnelle Verarbeitung, weil die Verarbeitungschemikalien nicht in den Papierfilz eindringen können.
Provenienz
Herkunft und "Lebenslauf" eines Kunstobjekts
Serigraphie (Siebdruck)
Der Künstler bedient sich dabei eines feinmaschigen Siebes aus Textil oder Kunststoffgewebe, das über einen Druckrahmen gespannt wird. Dort wo Stellen farbfrei bleiben sollen, wird das Sieb z.B. mit aus Papier geschnittenen Schablonen abgedeckt. Mit Hilfe einer Rakel wird die Druckfarbe durch die offenen Stellen der Druckform manuell oder durch eine Maschine auf das Papier aufgetragen.
Skulptur
lat. sculpere :herausmeißeln
Werk eines Bildhauers, der aus stein, Holz, oder auch anderen Materialien eine Figur herausarbeitet.
Stahlstich
Stahlstiche konnten erst nach der Entwicklung entsprechend harter Instrumente ab 1820 geschaffen werden. Die Furchen sind im Stahl feiner und liegen enger beieinanderals im Kupfer. Da hohe Auflagen ohne Niveauschwankungen produzierbar sind, dienen Stahlstiche für Reproduktionszwecke, als Illustration oder Briefmarken.
Tempera
Zur Temperamalerei verwendet man Farben, die mit einer Emulsion aus wäßrigen und einer fetten oder harzigen Komponente gebunden werden. Diese Farben sind wie Ölfarben deckend und trocknen ziemlich schnell nach den Auftrag auf den Malgrund.
Tiefdruckverfahren
Tiefdrucke sind Verfahren, bei denen die vertieften Teile einer Druckform drucken. Die Druckform, in der Regel handelt es sich um eine Kupferplatte, kann auf unterschiedliche Weise bearbeitet werden.Werden die Vertiefungen direkt mit einem spitzen Instrumment, etwa mit einem Stichel, in die Platte gestochen, spricht man von einem kalten Verfahren. Dagegen werden die Tiefdrucke bei denen Säure die Vertiefung erzeugt, nasse oder warme verfahren genannt, da bei dem Kontakt von Säure und Metall Wärme entsteht.
Unikat
Ein Unikat ist ein Kunstwerk, das es, bedingt durch die Herstellung nur einmalig gibt. Jedes Ölbild, jede Handzeichnung ist zum Beispiel ein Unikat.
Portfolio
Mappe oder meißt großformatiger Sammelband mit Druckgraphiken oder Zeichnungeneines oder mehrerer Künstler
Probedrucke
sind Abzüge vom entgültigen Zustand des Druckträger, also der Radierplatte oder des Lithosteins. Sie dienen als Vorlage zur Kontrolle der Qulität der gesamten Auflage. Die Anzahl der Probedrucke ist im Normalfall sehr klein.
Vernis mou
Eine weiche Lackmasse (frz. vernis mou) wird auf die Metalloberfläche aufgebracht. Darüber wird ein möglichst raues Paier gelegt un darauf gezeichnet.An diesen Stellen bleibt der Ätzgrund an dem Papier kleben und lässt sich mit ihm abziehen. ImBad greift die Säure die freigelegten stellen an, wodurch im Druck die Zeichnung reproduziert erscheint. Der Druck erfolgt in speziellen Druckwerkstätten
Vernissage
Spezieller Name für die Veranstaltung zur Eröffnung einer Ausstellung
Weißhöhung
Mit Deckweiß oder Kreide auf Zeichnungen aufgetragene weiße Lichter
Zuschreibung
Zuweisung eines Kunstwerkesan einen Künstler , Künstlerkreis oder eine Werkstatt
Zustandsdrucke
bei Zustandsdrucken handelt es sich um einen Abzug, der während der Arbeitsphase des Künstlers entseht. Der Künstler überprüft daran, ob er seine Vorstellungen richtig umgesetzt hat. Nur wenn an dem Druckträger weiter gearbeitet wird, war der vorhergehnde Abzug ein "Zustand". Es kann also mehrere Zustände von einem Motiv geben, bis von dem Blatt die Auflage gedruckt wird. Da der Druckträger weiter bearbeitet wird, sind Zustanddrucke meist Unikate.
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